Folgeerkrankungen

Das Gehirn ist die Schaltzentrale des Körpers und koordiniert alles, was wir – bewusst oder unbewusst – tun:  Bewegungen, Sprache, Lesen, Schreiben, Umgang mit den Zahlen, Aufmerksamkeit/Konzentration, Orientierung, Wahrnehmungen, Erinnerungen, Gefühle, Gedanken und Bewusstsein.

Über 100 Milliarden Gehirnzellen in verschiedenen Gehirnbereichen sind äußerst komplex miteinander vernetzt.

Eine Schädigung des Gehirns kann ganz unterschiedliche Auswirkungen haben. Je nach Ort und Ausmaß der Schädigung kann es zu mehr oder weniger großen Einschränkungen kommen.

Was ist Aphasie?

Die Sprache spielt eine wichtige Rolle in unserem täglichen Leben. Der plötzliche Verlust der Sprache heißt Aphasie.

Die Auswirkungen einer Hirnschädigung können die Betroffenen in ihrem Alltag, ihrem Beruf und ihrem sozialen Leben einschränken. Aber auch das Leben der Angehörigen kann sich durch die Hirnschädigung eines Familienmitglieds verändern.

Im Folgenden werden einige mögliche Beeinträchtigungen aufgezeigt.

Motorische Einschränkungen wie z.B. Halbseitenlähmung (Hemiparese)

Eine Halbseitenlähmung ist die Lähmung einer Körperhälfte. Dies geht auf die Schädigung des Gehirns zurück. Ist die linke Gehirnhälfte betroffen, treten die Lähmung in der rechten Körperhälfte auf und umgekehrt.

Veränderungen des Antriebs

Einen Menschen mit erworbener Hirnschädigung fällt es oft schwer, selbst aktiv zu werden. Er ergreift nicht mehr, wie gewohnt, die Initiative. Alltägliche Tätigkeiten fallen dem Betroffenen schwer.

Neuropsychologische Auffälligkeiten

Menschen mit erworbenen Hirnschäden können infolge der Schädigung des Gehirns unter kognitiven Beeinträchtigungen (Konzentration/Aufmerksamkeit), Orientierungsstörungen und Veränderungen im Erleben und Verhalten leiden.

Oft treten Konzentrationseinbrüche auf. Das Gehörte oder Gesehene kann dann nicht mehr richtig verarbeitet werden. Es rauscht einfach vorbei. Grund hierfür ist eine verminderte Konzentrations- und Aufmerksamkeitsspanne. Beeinträchtigungen des Kurzzeitgedächtnisses führen dazu, dass sich der Betroffene Ding im Alltag schwerer merken kann.

Kommunikationseinschränkung (Dysarthrie/Aphasie)

Eine erworbene Hirnschädigung kann die Fähigkeit zur Kommunikation erheblich stören z.B. durch eine entstandene Schädigung der Sprechmuskulatur (Sprecheinschränkung/Dysarthrie) oder nach einer Schädigung der sprachdominanten Hirnhälfte (meist die linke Hirnhälfte) (Spracheinschränkung/Aphasie).

Kommunikationsstörungen können sowohl das Sprechen (Artikulation von Sprache) als auch das Sprachverständnis (die Fähigkeit zur Aufnahme von Sprache) betreffen. Ebenso kann eine Lesestörung (Alexie), Schreibstörung (Agraphie) oder Einschränkung in der Zahlenverarbeitung (Akalkulie) auftreten.

Auffälligkeiten im Gefühlsbereich

Nach einer hirnorganischen Erkrankung kann es vorkommen, dass Gefühle schlechter kontrolliert werden können. Ärger, Freude und Trauer werden spontaner und unkontrollierter geäußert. Es kann sein, dass der Betroffene plötzlich ohne Grund heult. Ebenso können Depressionen, Aggressionen und Wesensveränderungen auftreten Oftmals müssen Familie und Freunde sich erst an dieses veränderte Verhalten gewöhnen.

Veränderte Körperwahrnehmung und Sensibilitätsstörungen (Dysästhesien)

Berührungen, Temperaturunterschiede und Schmerzen werden zum Teil schlecht oder verfälscht an der eingeschränkten Körperhälfte wahrgenommen (Dysästhesien). Ebenso kann es vorkommen, dass die gelähmte Köperhälfte gar nicht mehr wahrgenommen wird (Neglect).

Gesichtsfeldausfälle (Hemianopsien)

Es können Sehbehinderungen durch Einschränkungen des Gesichtsfeldes vorkommen. Die Raumwahrnehmung ist hierdurch verändert.

Mimik und Gestik

Der Betroffene kann entsprechende Handbewegungen und Gesichtsausdrücke nicht so zeigen, wie er möchte. Manche Betroffene schütteln z.B. den Kopf, obwohl sie „ja“ meinen.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Viele Betroffene leiden gerade in der ersten Zeit unter Schluckstörungen. Das Schlucken kann mit therapeutischer Unterstützung trainiert werden.

Handlungsablaufstörung (Apraxie)

Hier handelt es sich um eine Störung gezielter Handlungsabläufe. z.B. beim Anziehen, Kaffeekochen etc.

Bewegungsablaufstörung (Ataxie)

Hier handelt es sich um eine Störung gezielter Bewegungsabläufe. Zum Beispiel kann das Gehen staksig oder unsicher sein. Oft laufen die Personen in eine andere Richtung, als das sie möchten.

Epilepsie

Die Epilepsie ist ein Anfallsleiden. Diese Folgeerkrankung einer erworbenen Hirnschädigung muss durch bestimmte Medikamente behandelt werden

Krampfanfall

Dieser tritt ganz plötzlich auf, wenn sich im Gehirn bestimmte Neuronengruppen entladen. Diese Anfälle können unterschiedlich stark sein. Es handelt sich hierbei um Verkrampfungen, Zuckungen und Bewusstseinsausfälle. Diese können einmalig sein oder auch nur wenige Male auftreten. Man braucht keine medikamentöse Behandlung

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